Hans Lüdemann

Trio Ivoire

Touching Africa

Aly Keita
Chander Sardjoe

Hans Lüdemann, piano/electronics (D)
Aly Keita, Balaphon/Sanza (Cote d'Ivoire)
Chander Sardjoe, drums/percussion (NL)

Trio

TRIO IVOIRE Touching Africa

Im TRIO IVOIRE verschmelzen persönliche Wurzeln aus den Traditionen von Jazz, europäischer und afrikanischer Musik. Die Verbindung des afrikanischen Balafons mit Klavier, Schlagzeug und Elektronik schafft einen zeitgenössischen Sound ohne Vergleich. Das hat weniger mit traditioneller Musik als damit zu tun, künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten in einer globalisierten Welt zu finden. Einerseits geht es darum, traditionelle afrikanische Instrumente in die moderne Welt zu transportieren um auf der anderen Seite neuen Farben für das Klavier zu entdecken.

Hans Lüdemann ist Komponist, Pianist und Kopf des TRIO IVOIRE. Er gilt als "einer der eigenwilligsten und ausdrucksstärksten europäischen Pianisten" (Jazz Podium) oder schlicht "einer der grossen Pianisten des deutschen Jazz" (Frankfurter Rundschau). Im TRIO IVOIRE bringt er seine "erkennbar eigene Sprache" (FAZ) auf dem Klavier in Verbindung mit Aly Keita, dem "Magier des Balafons" aus Elfenbeinküste/Cote d`Ívoire. Dessen Spiel ist an Energie und Ausstrahlung kaum zu überbieten. Mit ihm und Hans Lüdemann haben sich zwei verwandte Geister über kulturelle Grenzen hinweg gefunden. Der niederländische Schlagzeuger Chander Sardjoe verbindet die musikalischen Welten durch den warmen Klang seines höchst individuellen Schlagzeug-Spiels. Die von Lüdemann sparsam eingesetzte Elektronik erweitert oder kontrastiert die akustischen Instrumente.

Gemeinsam entsteht eine eigene Art von Musik jenseits der Klischees - ein lustvolles Spiel dreier außergewöhnlicher Musikerpersönlichkeiten zwischen Traditionen, Visionen und Experimenten. Besonders dort, wo afrikanische Polyrhythmik und europäische Polyphonie sich verbinden, oder wo die Gegensätze betont werden, entstehen die kreative Energien der Gruppe. Die musikalische Magie des TRIO IVOIRE verbindet Jazz zurück nach Afrika, in einer subtilen Balance zwischen reichen und komplexen rhythmischen und formalen Strukturen und einer emotionalen Tiefe "hinter den Tönen", die berührt - sie zielt direkt in das Herz des Zuhörers.

Im Gegensatz zur ersten CD des TRIO IVOIRE, die unter dem unmittelbaren Eindruck afrikanischer Konzertreisen entstand ("Trio Ivoire"/ENJA Records 2002), berührt die neue Veröffentlichung "Touching Africa" ( RISM-Edition 2006) den Kontinent aus einer Distanz. Es geht um persönliche Erlebnisse auf einem langen gemeinsamen Weg der Musiker, die in den Stücken verarbeitet wurden. Davon erzählt das energetische Stück "Wenn Du weite Wege gehst" von Hans Lüdemann ebenso wie das besinnliche "Ha Iri" von Aly Keita. Auch die unterschiedlichen Blickwinkel der Musiker können ein Thema sein wie in "Doublé", wo ein zwei-Halbe-Takt in einen 15/8 und zurück "morpht". Manchmal macht die Gruppe sehr einfache, liedhafte Statements wie in "Maniamba", manchmal nimmt die Musik sehr komplexe Formen von klassisch anmutender Architektur an. Gast auf der CD und häufig auch bei Konzerten ist Tata Dindin, der Sänger und Koraspieler aus Gambia, den eine lange Zusammenarbeit mit Lüdemann verbindet.

Ivoire - Elfenbein ist ein wertvolles Material. Eine besondere Verwendung findet es als Material für die Tastatur hochwertiger Flügel. Elfenbeinküste - Cote d`Ivoire heißt das Geburtsland Aly Keitas und des Trios. Diese Bezüge finden sich im Namen der Gruppe ebenso wie das Spiegelung der Buchstaben (T) r i o (I v) o i r (e)- ein Sinnbild für das Spiel der Musiker mit den Tönen. Und auch der "Fluss", das "Sehen", der "Aufruhr" sind im Bandnamen versteckt. Französisch ist die gemeinsame Sprache in der Gruppe.


Hans Lüdemann tastet schon lange nach Afrika. Er lässt sich in seinen Kompositionen und Improvisationen von afrikanischer Musik inspirieren.
1999 machte er im Rahmen seiner Goethe-Instituts-Tournee durch Westafrika auch in der Elfenbeinküste ("Cote d'Ivoire") Station. In Abidjan traf er in einem Projekt des Goethe- Instituts Aly Keita. Ihre Premiere im Frühjahr 1999 wurde ein rauschender Erfolg. Eine weitere Einladung Lüdemanns nach Abidjan und damit die Fortsetzung der Zusammenarbeit folgte. Ende 1999 gründeten Lüdemann und Keita dann in Deutschland das "Trio Ivoire" und spielten eine Rundfunk- und CD-Produktion für den WDR ein. Als dritten im Bunde des äußerst rhythmisch angelegten Trios wählten sie den in Paris lebenden Briten Steve Argüelles. Dort, wo die Idee für dieses außergewöhnliche Musikprojekt geboren wurde, hatte das "Trio Ivoire" auch seinen ersten großen Erfolg: Die drei Musiker spielten im Juni 2000 in Abidjan aus Anlass des 30jährigen Bestehens des Goethe-Instituts und wurden euphorisch gefeiert. Der Fernsehmittschnitt des Konzerts wurde mehrfach in Cote d'Ivoire und auch im französischen Fernsehen gezeigt.

Auf der Expo 2000 stellte sich das "Trio Ivoire" dem deutschen Publikum unter dem Motto "Europa trifft Afrika" im Deutschen Pavillon vor. Die erste CD des Trios ist 2002 beim internationalen Label ENJA erscheinen. Seither folgten Konzertreisen in Europa und Afrika, mit Auftritten u.a. bei den Leverkusener Jazztagen, dem Music Meeting Nijmegen, dem Münchener Klaviersommer und zuletzt im Rahmen der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Der niederländische Schlagzeuger Chander Sardjoe spielte mit dem TRIO IVOIRE erstmalig im Jahr 2003. Seit 2007 ist er der neue Schlagzeuger der Gruppe. Auf einer Tournee durch West- und Südafrika im April/Mai 2007 sorgte die Gruppe in dieser neuen Besetzung für Furore. Ausverkaufte Konzerte und standing ovations waren Reaktion auf die starken, erneuerten Energien des TRIO IVOIRE.

Trio Ivoire 2
Trio Ivoire 3
CDs:
Hans Lüdemann & Trio Ivoire: Touching Africa (2006)
Tata Dindin & Hans Lüdemann: Kano (2005)
Hans Lüdemann: African Variations (2004)
Trio Ivoire: Trio Ivoire (2002)
Hans Lüdemann & Tata Dindin: Kora meets piano live (2001)

Kontakt:
RISM-Edition, Postfach 1509, 51503 Rösrath, Deutschland
post@rism.de
www.HansLuedemann.de

Booking:
Udo Muszynski, Immanuelkirchstr. 20, 10405 Berlin, Deutschland
Udo.muszynski@t-online.de, Tel. 030 - 440 137 90

Hans Lüdemann, (piano/electronics)


Geboren 1961 in Hamburg. 1978/79 als AFS-Stipendiat in Los Angeles, USA. Seit 1982 in Köln.

STUDIEN:
Mit 6 Jahren klassischer Klavierunterricht. 1980 - 82 Hamburger Konservatorium.
1980 - 82 Jazzunterricht bei Joachim Kühn und Kurse bei Jasper van´t Hof und Walter Norris. 1985/86 Studien am Banff Centre, Canada, bei Richard Beirach, Anthony Davis, Muhal Richard Abrams, Steve Coleman und Dave Holland. 1982 - 88 Studium Jazz-Klavier an der Musikhochschule Köln bei Frank Wunsch, Reiner Brüninghaus. Lüdemann war der erste Musiker in Deutschland, der mit einem Jazz-Konzertexamen abschloß.

AKTUELLE PROJEKTE:
"TRIO IVOIRE" mit Aly Keita (Balaphon) und Steve Argüelles (drums). (CD ENJA 2002)
piano solo Programm "African Variations" (CD RISM-Edition 2003)
"Piano meets Kora" Hans Lüdemann & Tata Dindin (CDs RISM 2000, NRW 2005)
Duo mit Reiner Winterschladen (CD Konnex 2001)

BERUFSERFAHRUNG:
Zusammenarbeit mit Eberhard Weber/Jan Garbarek, Paul Bley (Duo CD), Marc Ducret, Mark Feldman, Toumani Diabaté, Heinz Sauer, Jazzensemble des Hessischen Rundfunks.

Lüdemann war beteiligt an zahlreichen CD- und Schallplatteneinspielungen, internationalen Rundfunk- und Fernsehproduktionen, Konzerten und Festivalauftritten.
Hierzu zählen Konzertreisen im Auftrag des Goethe-Instituts ebenso wie Gastspiele bei bedeutenden Festivals, etwa in Copenhagen, Barcelona, Delhi, Montreal, Prag und Berlin.
1997 zwei umfassende Porträtkonzerte bei der MUSIKTRIENNALE KÖLN Bei der EXPO 2000 in Hannover Leitung eines europäisch-afrikanischen Projektes.

Solo-Tourneen "the natural piano":
1998 USA, 1999 im Auftrag des Goethe-Instituts in Westafrika, 2000 Kanada, 2001 in Havana/Cuba, 2002 mit Bundespräsident Johannes Rau auf Afrikareise

2006 "Neuer deutscher Jazzpreis".

KOMPOSITION:
Als Komponist hat Lüdemann für viele Instrumente und Besetzungen gearbeitet, von Klaviermusik über Kammermusik bis hin zu dem Orchesterstück "Geschichte 2" (1988) und "Verloren ins weite Blau" (1994) für Singstimmen und Orchester. Auftragswerke für WDR, Hessischer Rundfunk, Ensemble Indigo, Cologne Contemporary Jazz Orchestra, Filmmusik.
2003 Ernennung zum Mitglied der Bundesjury Komposition für die Villa Massimo.

LEHRTÄTIGKEIT/SONSTIGES:
Seit 1993 Dozent für Jazz-Klavier und Ensemble an der Musikhochschule Köln.
Zahlreiche Workshops an Musikhochschulen und Universitäten in Europa und Afrika.
Leiter des "Creative Jazz Workshop" Montepulciano/Italien 2001/2002/2005
Künstlerischer Leiter des Festivals "JazzArt" in Köln/Bonn/Düsseldorf/Duisburg 2001 - 2004.

Aly Keita (Balafon)


Aly Keita wurde 1969 in Abidjan/ Côte d'Ivoire als Sohn malischer Eltern geboren. Er stammt aus einer Malinké-Familie, die seit Generationen den Beruf des "Griots" (traditionelle Sänger und Musiker) ausübt. Er verbrachte seine Kindheit in Mali, wo er auf dem traditionellen pentatonischen Balafon zunächst bei Zouratié Coulibaly lernte. 1986 begegnete er Georges Makinto, mit dem er erstmalig Jazzmusik machte. Er entwickelte sein eigenes diatonisches Balafon, das ihm neue Möglichkeiten und Stile eröffnete.

Seine Erfahrungen im Jazz gaben ihm Gelegenheit, in Afrika, Europa und den USA aufzutreten und seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Er passte das Balafon an verschiedenste Musikstile an, was ihm Begegnungen mit international renommiertern Künstlern ermöglichte. So spielte er inzwischen mit Musikern wie Pharaoh Sanders, Rhoda Scott, Camel Zekri, Lukas Ligeti, Gilles Renne, Philippe Sellam, Linley Marte, Etienne M'Bape, Michel Donéda, Xavier Charles, Sekouba Bambino, Paco Séry, Talib Kibwé, Masahiro Sayama, Akétagawa Shoji, Bernard Zadi, Hans Lüdemann und Steve Argüelles.
Im Auftrag des "Centre de formation et de promotion musicale" in Niamey (Niger) leitete Aly Keita zwischen 1989 und 1995 Atelliers für traditionelle und moderne Musik.
Er baute alle seine Instrumente selber und ist Balafonlehrer an der Kunsthochschule in seiner Heimatstadt Abidjan. Auf Initiative von "Y'a pas son deux" bauten Aly Keita und seine Brüder 1999 in Tarascon sur Ariège (Frankreich) das grösste Balafon der Welt.

Mit Georges Makinto sowie den Formationen "Beta Foly", "African Project" und dem "Trio Ivoire" hat er CD-Aufnahmen gemacht. Außerdem spielt er auf den Alben von Paco Séry , Manu Solo und Omar Sosa mit. Aly Keita gibt auch regelmäßig Solokonzerte. Eine erste Solo-CD ist geplant.

Seine wichtigsten Festivals (1988-2000):
- "La Côte d'Ivoire au quotidien", Centre Georges Pompidou, Paris (Frankreich)
- Festival "Africa Estate", Cagliari (Italien)
- Haus der Kulturen der Welt, Berlin und Goethe-Institut München (Deutschland)
- Festival in Memphis/ Tennessee (USA)
- Wiener Oper (Österreich)
- Festival de la Francophone, Limoges; Calvi Jazz-Festival, Korsika (Frankreich)
- "MASA Off" und "Energie Jazz", Abidjan (Côte d'Ivoire)
- Fête de la Musique, Bangui (Zentralafrika)
- "Festival de l'eau" (Niger), "Jazz à Ouaga" (Burkina Faso)
- "Banlieues Bleues", "Sons d'Hiver", Paris; "Nuit atypique", Langon (Frankreich)
- Jazz Festival St. Louis (Senegal)

Chander Sardjoe (drums/ percussion)


Chander Sardjoe studied at the Sweelinck Conservatory in Amsterdam, Netherlands, using after hours to play in clubs with local bands. Besides the curriculum offered at the institute, he studied a lot of non western music and started researching South Indian Classical music from 1994.He learned the solfege system and other basics of Indian classical music, before going to Bangalore and Madras in 1995. There he studied with mridangist N.G Ravi, student to grandmaster Sivaraman.
After coming back to Amsterdam from this trip, he joined Steve Coleman's band Secret Doctrine and played with 5 Elements and Metrics. Always having taken a lot of time to "woodshed", slowly but surely the integration and application of non western musical concepts has developed into a very fluent yet articulated approach to the drums, that sounds deceptively easy .Besides having played with ensembles that try to expand their musical language, Chander has worked in a wide variety of musical situations, ranging from studiowork to opera, straight ahead jazz to contemporary classical music.
Besides having done free-lance work, Chander has played and or recorded with (selection): Steve Coleman, Dave Liebman, Linley Marthe, James Genus, Ronan Guilfoyle, Rudresh Mahanthappa, Aydin Esen, Scott |Tinkler, Jamie Oehlers, Lee Konitz, Mark Turner, Geoffroy deMasure, Benoit Delbecq, Jean Luc Lehr, Andy Milne and many others. Chander has appeared on over 40 cd's the last ten years and tours extensively with a list of renowned artists from various musical disciplines worldwide.
Since 1994 Chander has been teaching in conservatories worldwide and did masterclasses and workshops in renowned music institutes such as : -Sibelius Academy,Helsinki (Finland) - Musikhochschule Berlin(Germany) -Conservatory of Jyvaskylla, (Finland)- Royal Academy of Music ( London) and many more.

More info on myspace.com/chandersardjoe

TRIO IVOIRE


Presse
Das Trio Ivoire oder das Treffen der schwarzen und weißen Tasten
"Auf den ersten Blick ist es schwer vorstellbar, daß Musiker, die sich aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Instrumente so unterscheiden, eine derartige Harmonie und eine derartige Aufführung entstehen lassen können. (...) Mit seinen verzaubernden Melodien und Rhythmen hat das Trio, ein Gemisch aus Afrika und Europa, sogar die für Jazz Unempfänglichen verführt. Dieses Treffen zwischen den schwarzen und weißen Tasten des deutschen Pianisten Hans Lüdemann und den sonoren Wellen aus dem Holz des ivoirischen Balaphonisten Aly Keita, alles wohltemperiert durch den anglo-catalanischen Schlagzeuger Steve Argüelles, ergibt eine afrikanisch-europäische Formation höchster Originalität - sowohl auf der Ebene des Rhythmus als des Klangs. Das geheime Einverständnis im Herzen der Gruppe ist dergestalt, daß man in einem bestimmten Moment nicht mehr weiß, ob es die Noten des Pianos von Hans Lüdemann sind, der sie spielt, oder die des Balaphons von Aly Keita. (...) Das Wenigste, das man schreiben kann ist, daß am 01. März 2002 die Globalisierung ihren ganzen Sinn bekommen hat." (L'Inter, Abidjan, 2002)

Jazz in Nijmegen übertrifft North Sea Jazz Festival
"Jazz als musikalischer Zement spielte auch eine Rolle beim Auftritt des absoluten Höhepunktes des Festivals, dem Trio Ivoire. Schlagzeuger Steve Argüelles trat hierbei als Brückenbauer zwischen Elfenbeinküste und Deutschland auf. Der Kontrast zwischen dem rasselnden, rauschenden und knarrenden Balafon Aly Keitas und dem strengen, klaren Klavierspiel Hans Lüdemanns hätte nicht größer sein können. Aber mit subtilem Beckenspiel und fantasiereichen Rhythmen brachte Argüelles beide immer wieder zusammen. In den Momenten, in denen Keita die weißen Tasten übernahm und Lüdemann die schwarzen, kam es zu einer Verschmelzung von seltener Schönheit. Dies ist die Art musikalischer Begegnung, woraus das Music Meeting seine Bekanntheit und seine Berechtigung erwirbt. Die Musik des Trio Ivoire weckt unterschiedliche Assoziationen - von minimal music bis wassoulou - aber entzieht sich jedem Versuch einer Etikettierung."(NRC Handelsblad , NL, 4. November 2002)

Vision & Energie. Trio Ivoire in der Brotfabrik
"Manchmal, für lange, versunkene Minuten, sind die drei in aller Offenheit so nah beieinander und bilden einen so komplexen gemeinsamen Ereignishorizont, dass man spürt: Das Trio Ivoire ist in visionärer Energie dabei, einen gänzlich eigenen Weg in der aktuellen improvisierten Musik zu markieren, weit entfernt von den breiten, suggestiven Autobahnen der Weltmusik. genau so weit auch entfernt von den idiomatischen Einzugsbereichen des zeitgenössischen Jazz." (Frankfurter Rundschau, 11. November 2002)

Trio Ivoire
"Gleich der Opener (...) schickt den Hörer auf eine faszinierende Reise: das simple, volksliedartige Motiv eignet sich exzellent für reizvoll verschlungene Exkursionen, die dennoch stets einen mitreißenden Ohrwurmcharakter besitzen. Herzstück der CD ist die dreiteilige ,Suite Africaine', auf der sich zuerst Keita und Argüelles vorstellen, bevor in der einzigen Gemeinschaftsproduktion (die Stücke stammen sonst meist von Lüdemann) alle drei variantenreich sich an der ausgefuchsten Polyrhythmik des Stückes entlanghangeln. (...) Trio Ivoire zeigen, dass auch im 21. Jahrhundert noch Entdeckungen möglich sind." (4 Sterne)(JAZZthetik, Juli/August 2002)

Hypnositierender Musikfluss - das "Trio Ivoire" begeisterte
"Wenn du weite Wege gehst, heißt einer ihrer Titel. Und der ist für das Trio Ivoire, das Elfenbeintrio, schon aus geografischen Gründen zutreffend: Die Musiker stammen von der westafrikanischen Elfenbeinküste, aus England und Deutschland. Doch weite und neue Wege beschreiten sie auch musikalisch. Ihr fast hypnotischer Musikfluss geht sagenhaft ab - und spricht gleichzeitig den Intellekt an. Ein Mix aus Tradition und Experiment, der bei der Reihe Jazz im Frizz begeisterte. Nicht alle Tage hört man in unseren Breiten ein afrikanisches Balaphon, ein dem Marimbafon verwandtes Instrument. (...) Aly Keita zauberte darauf treibende Ostinati, energische Soli und zärtliche Tremoli hervor. (...) Den harmonischen Raum erweiterte der Kölner Pianist Hans Lüdemann auf raffinierte Weise. (...) Beeindruckend die Technik dieses Pianisten, etwa bei rasend schnellen Tonwiederholungen, sein Rhythmusgefühl und sein weites stilistisches Spektrum. Mal improvisiert er wie Keith Jarrett aus wenigen Tönen ins Ohr gehende Melodien. Mal ist er dem avantgardistischen Griff ins Flügelinnere nicht abgeneigt.(...)" (HNZ Kassel, 05.März 2004)

"Die afrikanische Kooperationen des Kölner Pianisten Hans Lüdemann sind in mancherlei Hinsicht ungewöhnlich. Sie widersprechen dem hierzulande üblichen Gestus, sich mit irgendwie Afrikanischem zu schmücken oder schlimmer noch, es schlicht zu adaptieren. Wir reden hier von ,gleicher Augenhöhe'. (...) Das Ergebnis sprengt locker jede selbstverständliche Kategorisierung, wie sie im Plattenladen vielleicht hilfreich ist, aber eben nicht im Kopf. Was Hans Lüdemann mit Aly Keita (...) auf die Beine stellt, hat beinah utopischen Atem." (StadtRevue. Köln Magazin, Juli 2002)

"Aly Keita forschte bereits seit den 80er Jahren nach neuen Klängen auf selbstgebauten Instrumenten und suchte den Kontakt zu Jazzmusikern wie Pharoah Sanders. So entwickelt Keita aus der afrikanischen Ästhetik heraus avantgardistische Klangskulpturen, die sich in die pianistische Gegenwelt hineinfühlen. Lüdemann gestaltet sein Klavierspiel perlend und sanglich, dann wieder hölzern perkussiv mit erdigem Timbre - gar so, als habe er die Balaphon-Spielweise aufgesogen um sie dem Klavier wieder zu entlocken. Das Trio findet eine kammermusikalische Intimität, die in der integrativen Verschränkung von afrikanischen, jazzigen und klassischen Elementen eine noch nicht vernommene Qualität erreicht. Und mehr noch - vereinen sich doch auch avantgardistische Harmonien vorzüglich mit den lyrischen, melodischen Traditionen (jazzpodium, 6-2002)

Hupkonzert? Oder was? Das Trio Ivoire spielt intelligenten Afro-Jazz
"Die schnell gewachsene Freundschaft, die Vertrautheit mit der jeweils anderen Kultur und der gegenseitige Respekt haben hier zu einer der schönsten und abwechslungsreichsten Weltmusik-Produktionen der letzten Zeit geführt." (FAZ, 27. Juli 2002)

11.Gostenhofer Jazztage
"Jazz kann ich sonst eigentlich gar nicht leiden. Da spielt doch jeder was anderes", kommentierte ein Besucher verwundert das leichthändig kommunizierende "Trio Ivoire" in der Nürnberger Dreieinigkeitskirche. (...) Da verband sich die Kölner Kompositionsmasche des Afrika-begeisterten Pianisten mit der polyrhythmischen Virtuosität des Balaphonisten aus Abidijan zu einer unangestrengten und fließenden World Jazz-Mixtur. Und Steve Argüelles lotste die schwarz-weiße Liaison geschickt um die Wellness-Falle herum und verschärfte die Steigerungsbögen.(...) - da stimmte einfach die Balance. (Nürnberger Nachrichten, 29.September 2003)